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Weltempfänger - LITPROM

Die 34. Litprom-Bestenliste Weltempfänger empfiehlt zwei Klassiker der asiatischen Literatur, ein Tagebuch aus dem syrischen Krieg, zwei amüsante Romane aus Marokko, einen Roman über eine (Zeit)reise nach Indien sowie kluge Kriminalliteratur aus Südafrika.

Auf Platz 1 ein zentrales Werk der japanischen Moderne: Kokoro (Manesse) von Natsume Sōseki – ein bis heute berückender Roman, der sich den Themen Freundschaft, Einsamkeit und Entfremdung widmet. Auf Platz 3 findet sich der 1320 Seiten starke chinesische Klassiker Die Reise in den Westen (Reclam), kongenial in ein hinreißend frisches Deutsch übertragen von Eva Lüdi Kong.
In Der Spaziergänger von Aleppo (Weidle), Platz 2, berichtet der noch immer in Aleppo lebende Autor Niroz Malek tagebuchartig aus dem Krieg in Syrien und schafft damit ein großartiges Zeugnis der Menschlichkeit.
Der marokkanische Autor Mahi Binebine landet mit seinem Entwicklungsroman Der Himmel gibt, der Himmel nimmt (Lenos) auf Platz 4 der Bestenliste – eine Schwankerzählung mit viel Witz und ein Loblied auf die Selbstbefreiung. Sein Landsmann Fouad Laroui schafft es in Die Leiden des letzten Sijilmassi (Merlin), Platz 7, bitterernste Themen wie Entwurzelung, Entfremdung und Glauben in einer vergnüglichen und amüsanten Lektüre zu verpacken.
Auf Platz 5 gelangt Shumona Sinha mit ihrem Roman Kalkutta (Nautilus), der poetisch, wuchtig und zärtlich von einer (Zeit)reise nach Indien erzählt. Einen schonungslosen Blick auf die politischen Konfliktlagen in Südafrika wirft der Thriller von James McClure, Song Dog (Unionsverlag), ein Klassiker der südafrikanischen Kriminalliteratur.

Der Weltempfänger Nr.34 zum Download

1. Natsume Sōseki. Kokoro [Japan]

Roman. Aus dem Japanischen von Oscar Benl. Manesse, 384 Seiten

Der Sensei hat Schuld auf sich geladen. Nur so konnte er einst die hübsche Shizu für sich gewinnen. Doch davon weiß niemand etwas. Erst ein junger Student, der sich mit dem Sensei befreundet, kommt hinter dessen Geheimnis. Ein zentrales Werk der japanischen Moderne. Ein bis heute berückender Roman. (Katharina Borchardt)

„Ein Klassiker der japanischen Literatur und ein großartiges Leseerlebnis“ (Friederike Krempin, japanliteratur.de)

„Die Sätze sind beinahe durchsichtig, ohne poetisches Gezappel, ohne Wirkungsdrang. Wenn aber Satz auf Satz fällt, wachsen sie zu ungeheurer Wirkung heran. Es gelingt Soseki mit dem unscheinbaren Satzmaterial ein feines Netz aufzuspannen, das jede Regung des menschlichen Gefühls registriert. […] Gleichzeitig ist der Leser, der einmal an dieses Netz anstieß, einer Überfülle von Eindrücken ausgesetzt, denn jede emotionale Feinheit ist noch weiter ziseliert, die alle obsessiv vorgetragen und bis in die vollkommene Düsternis einer Analyse der menschlichen Einsamkeitsgefühle geführt werden.“ (Samuel Meister, fixpoetry.com)

2. Niroz Malek. Der Spaziergänger von Aleppo [Syrien]

Miniaturen. Aus dem Arabischen von Larissa Bender. Weidle, 160 Seiten

Die Orte der Kindheit sind verwüstet, seine Stadt eine Ruine, der Tod ein täglicher Schatten, und dennoch lebt Niroz Malek noch immer in Aleppo. Sein Tagebuch des Krieges erzählt eindringlich und poetisch von Zerstörung und Angst und ist zugleich ein großartiges Zeugnis von Liebe und Menschlichkeit. (Cornelia Zetzsche)

„Der Spaziergänger von Aleppo ist ein heilsamer Gang über einen Weg aus Asche, der poetische Atem eines Wesens, das aus seinem Inneren leuchtet.“ (Xavier Lapeyroux, Le monde diplomatique)

3. Die Reise in den Westen [China]

Roman. Aus dem Chinesischen von Eva Lüdi Kong. Reclam, 1320 Seiten

Auf nach Indien, um Buddha zu huldigen und heilige Schriften nach China zu holen! Priester, Affenkönig, Eber und Sandmönch machen sich auf den Weg. Doch überall lauern Gefahren: Gauner, Ungeheuer, Frauen! Werden die vier es schaffen? Ein Klassiker aus der Ming-Dynastie – übertragen in ein hinreißend frisches Deutsch. (Katharina Borchardt)

„Eva Lüdi, die seit 25 Jahren in China lebt, hat den Ming-zeitlichen Roman mit seinen 1320 Seiten zum ersten Mal vollständig übertragen und seine tieferen Bezüge für ein deutschsprachiges Publikum offengelegt. Lesen sollte man das Buch aber nicht aus Ehrfurcht vor dieser unfassbaren Leistung, sondern aus Vergnügen an einem oft komischen Panoptikum der literarischen Mythologie Chinas – und als einen der wichtigsten Romane der Weltliteratur.“ (Jochen Kürten und Sabine Peschel, dw.de)

4. Mahi Binebine. Der Himmel gibt, der Himmel nimmt [Marokko]

Roman. Aus dem Französischen von Hilde Fieguth. Lenos, 216 Seiten

Ein Baby soll nicht wachsen, sondern als Krüppel bandagiert dem Betteln dienen. Von schräg unten beobachtet es das Geschehen auf dem Marktplatz, erzählt in Schwänken von Armut, der herrschsüchtigen Mutter und davon, wie es die Bande löst. Binebine bringt so die Nöte seines Landes mit Witz aufs Tapet. (Ruthard Stäblein)

Der Himmel gibt, der Himmel nimmt ist […] die Geschichte eines Coming-of-Age – und zugleich lesbar als Metapher für das ganze Land, das sich allzu lange gängeln liess von denen, die das Sagen hatten, und nun versuchen muss, sich mit der eigenen Geschichte zu versöhnen. In dieser Deutung liegt die eigentliche Kraft dieses Romans, der auch sagt: Die Bildung, die Kunst kann bei diesem Prozess eine Hilfe, eine Brücke sein.“ (Claudia Kramatschek, Neue Zürcher Zeitung)

5. Shumona Sinha. Kalkutta [Indien/Frankreich]*

Roman. Aus dem Französischen von Lena Müller. Nautilus, 192 Seiten

Trisha reist zur Einäscherung ihres Vaters zurück in ihre Heimatstadt Kalkutta. Die Reise wird zur Zeitreise: in die Geschichte ihrer Familie bis zu den Anfängen an einem Fluss in Bengalen und in die politisch bewegte Geschichte des Landes, ja des indischen Subkontinents. Poetisch, wuchtig, zärtlich. (Claudia Kramatschek)

„Mit Erschlagt die Armen schrieb Shumona Sinha den verstörendsten Roman des Jahres 2015, bis zum Überlaufen mit ihrer Wut auf das französische Asylsystem angefüllt. “Kalkutta” tritt mit mehr Zwischentönen auf, entfaltet jedoch – wenn möglich – eine noch größere Wucht. […] Eine poetisch-politische Familiengeschichte voller Leidenschaft und Ennui, Prostituierten, Wissenschaftlern und Zentaurenfürsten.“ (Mithu Sanyal, WDR)

*nominiert für den LiBeraturpreis 2018

6. James McClure. Song Dog [Südafrika]

Thriller. Aus dem Englischen von Erika Ifang. Unionsverlag, 352 Seiten

James McClure hat die südafrikanische Kriminalliteratur bis heute geprägt. Seine Romane sezieren, ohne sie mit einem Wort zu erwähnen, die Verheerungen der Apartheid. Brillante Prosa, grimmige Dialoge und ein schonungsloser Blick auf die Konfliktlagen ergeben große Literatur in humaner Absicht. (Thomas Wörtche)

„McClures Humor lässt einen laut loslachen. Durch seine Sensibilität für komplexe menschliche Beziehungen kann er auch in knappen Dialogfetzen verborgene Bedeutungen freilegen. […] Während wir Kramer und Zondi beim Ermitteln zuschauen, gleitet die Geschichte Südafrikas an unserem inneren Auge vorbei.“ (Richard Peck, bookslive.co.za )

7. Fouad Laroui. Die Leiden des letzten Sijilmassi [Marokko]

Roman. Aus dem Französischen von Christiane Kayser. Merlin, 288 Seiten

Herr S., ein erfolgreicher Manager, gibt nach einer plötzlichen Eingebung alles auf und geht zurück aufs Land. Dort beginnt er eine radikale Auseinandersetzung mit seinen Wurzeln, seinem islamischen Glauben, seiner Sprache. Eine grotesk überspitzte Geschichte, die höchst amüsant zu lesen ist. (Anita Djafari)

Die Leiden des letzten Sijilmassi ist der zweite auf Deutsch erschienene Roman des in Frankreich mehrfach preisgekrönten Fouad Laroui. Gekonnt analysiert er, was eine ganze Generation von Menschen in den ehemaligen Kolonien wie Marokko ausmacht.“ (Reiner Wandler, TAZ)


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