Die Passantin

Andrea Blanqué / Uruguay

Roman, 248 pages, 2005
LiBeraturpreis 2006

Die Ich-Erzählerin ist eine Frau von 37 Jahren, alleinerziehende Mutter zweier Kinder, der Expartner lebt in Israel. Sie unterrichtet Geografie in einer Abendschule für Erwachsene. An den freien Tagen schreibt sie ihre Beobachtungen in eine Art intimes Tagebuch.
Sie schreibt so, wie sie Jahre zuvor um die Welt gereist ist, als 'klassische' Tramperin, unabhängig und allein, geleitet von dem, was ihr begegnet und widerfährt. Diese Weltreise war eine Schlüsselerfahrung, und sie nimmt darauf immer wieder Bezug: das Zufällig-an-einem-Ort-Sein, das Unterwegssein, das flüchtige Abenteuer, das Vorübergehen. Die Tagebuchschreiberin ist bemüht um Genauigkeit, Ehrlichkeit, Illusionslosigkeit – das Leben: 'eine lange Reise, auf der man Station für Station registriert'.
Trotz einer bemerkenswert distanzierten Erzählhaltung ist alles andere als ein kalter Text entstanden. Er berichtet von den Erlebnissen einer Mutter, einer Lehrerin, einer Tochter und Schwiegertochter. Keine Sensationen, der Alltag einer modernen berufstätigen Frau. Und doch: ein Text voller Spannungsbögen, der
im Laufe der Lektüre einen enormen Zug entwickelt und die Lesenden nicht mehr loslässt.

Die Autorin erhielt 2006 den LiBeraturpreis.

Die Übersetzung wurde gefördert von Litprom mit Mitteln des Auswärtigen Amts sowie (bei Verlagen in der Schweiz) des Schweizer Südkulturfonds.

  • Spanisch, translated by Sybille Martin
  • La pasajera
  • Rotpunktverlag, 3-85869-300-6
  • 12.10.2005
Die Passantin